Autor: Manuel Stagars
Februar 2026

Nehmen wir an, du gründest ein Unternehmen, das mit digitalen Assets arbeitet, und du weisst von Anfang an, was erlaubt ist und was nicht. Kein Rätselraten, keine plötzlichen Verbote, keine SWAT-Teams, die im Morgengrauen dein Büro überfallen. Diese regulatorische Sicherheit macht Crypto Valley seit vielen Jahren aus. Die Schweiz hat früh klare Regeln geschaffen, die heute weltweit als Vorbild dienen. Während andere Länder noch überlegten, ob Krypto verboten oder ignoriert werden soll, hat die Schweiz gezeigt, wie man Innovation fördert und gleichzeitig schützt. Das wird heute sogar von anderen Ländern kopiert.

In der Schweiz traten die ersten Krypto-Regulierungen bereits 2017 in Kraft, als die Finanzmarktaufsichtsbehörde FINMA die ersten Richtlinien für Initial Coin Offerings (ICOs) veröffentlichte. Damals war das komplettes Neuland, und weltweit gab es nichts Vergleichbares. Die FINMA definierte als erste Finanzmarktaufsicht der Welt drei Arten von Token-Typen, nämlich Payment Tokens, Utility Tokens, und Security Tokens, und setzte klare Kriterien, wie diese sich unterscheiden. Unternehmen wussten nun, ob sie eine Lizenz für ihre Tokens brauchen, und Investoren hatten Schutz vor Betrug. Diese Richtlinien wurden international beachtet und beeinflussten Debatten in der EU und anderswo. Heute wirken sie weiter, und die MiCA-Verordnung der EU baut auf ähnlichen Prinzipien auf. Die FINMA publiziert laufend Updates über die Regulierungen, um diese an neue Innovationen wie Stablecoins anzupassen.

Schlüsselpositionen in der Regulierungslandschaft nehmen die Swiss Blockchain Federation (SBF) und die Crypto Valley Association (CVA) ein. Die CVA ist eine unabhängige, non-profit Organisation, die seit ihrer Gründung im Januar 2017 eine zentrale Rolle im Schweizer Blockchain-Ökosystem spielt. Ihre Aufgabe ist es, das Wachstum von Crypto Valley zu koordinieren und zu beschleunigen als Schnittstelle zwischen Unternehmen, Startups, Universitäten und Behörden. Die CVA hat sich zu einer der wichtigsten Advocacy-Organisationen entwickelt mit über 41’000 Mitgliedern. Die Swiss Blockchain Federation (SBF), ebenfalls 2017 gegründet, ist breiter schweizerisch ausgerichtet und setzt sich für optimale Rahmenbedingungen für das Blockchain-Ökosystem in der Schweiz ein. Sie repräsentiert Interessen gegenüber dem Bundesrat, dem Parlament, Kantonen und der FINMA. SBF und CVA arbeiten in gemeinsamen Working Groups und Positionspapieren zusammen.

Die Schweiz hat in der Regulation von Kryptoassets eine Vorreiterrolle weil sie nicht reagiert, sondern proaktiv gestaltet. Nach dem ICO-Boom 2017/18 und mehreren Pleiten wie Envion oder Swiss Real Coin hat man gelernt, dass Klarheit Chaos verhindern kann. Im Vergleich zu den USA, wo Regulierung auch heute noch fragmentiert ist, oder den Arabischen Emiraten oder Asien bietet Zug einen ausgewogenen Weg ohne Volatilität und Wildwuchs. Schweizer Modelle werden weltweit kopiert, denn gute Regulierung sollte kein Bremsklotz sein, sondern ein Anschub für nachhaltiges Wachstum.

Wenn du mehr über diese Entwicklung hören willst von den Pionieren, die diese Regeln mitgestaltet haben, dann schau dir ihre Interviews an auf www.cryptovalleypioneers.ch. Die Interviews erzählen von den Anfängen bis zu aktuellen Debatten.